Seite Auswählen

Ein kritischer Blick auf die Zahnpastatube

von | 13/03/2017 | Beauty, Rund um Bio | 0 Kommentare

Zahnpastas sind ein Alltagsmittel, über deren Inhaltstoffe sich die wenigsten Leute Gedanken machen. Wie giftig sind sie eigentlich? Und was hat der Zahnbürstenbaum damit zu tun?

Schon mal was vom Zahnbürstenbaum gehört? Ich auch nicht. Bis vor 2 Jahren. Da war ich mit meiner Familie auf Safari in Afrika und wunderte mich über die schneeweissen Zähne der Einheimischen. „Wie das komme?“, fragte ich unseren Ranger. Der stoppte unverzüglich beim nächsten Busch und riss ein paar Wurzeln aus dem Boden. „Jetzt so lange drauf rumkauen, bis das Ende komplett ausgefranst ist“, sagte er „dann könnt Ihr damit Eure Zähne putzen.“ Der anfänglich erdige Geschmack wich bald einem gut verträglichen Süssholz-Ingwer-Aroma, und unser Gebiss fühlte sich nach der ungewohnten Prozedur so glatt und sauber an, als kämen wir direkt von der Dentalhygiene.


 

zahnbuerstenbaum yardo.bio

Die Wurzeln des Zahnbürstenbaums, auch genannt Salvadora Persica, sind Zahnbürste und Zahnpasta in einem. Durch das Kauen lösen sich nicht nur keimtötende Substanzen und wichtige Mineralstoffe. Das Holz enthält auch natürliche Fluoride, Gipskristalle, die als Putzkörperchen dienen und Tannine, die beruhigend auf die Schleimhäute wirken und Entzündungen hemmen. Bereits im alten Ägypten kannte man diese Form von Zahnhygiene. In einigen afrikanischen und arabischen Ländern ist sie heute noch verbreitet.

die ideale Reinigung, was meinen die Zahnärzte?

Auch in unseren Breitengraden gibt es Zahnärzte, die durchaus der Ansicht sind, dass der Reinigungseffekt solcher Hölzer mit einer modernen Zahnpflege mithalten könne. Jedoch würden dem die meisten Zahnärzte hierzulande wohl widersprechen. Die korrekte Reinigung mit industriell hergestellten Zahnbürsten und Zahnpastas wird ja schon ab dem Kindergarten generalstabsmässig geübt. Flächendeckende Fluoridierungs- und Prophylaxemassnahmen haben dazu geführt, dass der Kariesbefall seit den 60er Jahren um 90% gesunken ist und seit 1996 auf niedrigem Niveau stabil blieb – und dies, obwohl wir so viel Zucker essen wie nie zuvor.

zu viele Fluoride

Die Erfolgs-Bilanz hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack. Schliesslich fährt die Industrie im Kampf gegen die ungeliebten Zahnteufelchen schweres Geschütz auf. Wer die Inhaltsstoffe diverser, im Handel erhältlicher Zahncremes studiert, kommt ins Grübeln: In  fast allen Tuben befinden sich eigentlich giftige Fluoride, welche die Zähne zwar remineralisieren, härten und resistenter gegen Säuren und Bakterien machen, aber aus ganzheitlicher Sicht umstritten sind, weil sie sich über andere Quellen wie z.Bsp. fluoridiertem Wasser, fluoridiertem Salz oder mit fluoridiertem Salz versetzten Fertigprodukten zu kritischen und damit gesundheitsschädigenden Mengen kumulieren können.

Befürworter behaupten zwar, es sei eher unwahrscheinlich, dass normale Verbraucher die tägliche Aufnahmemenge von 0.05 mg Fluorid pro kg Körpergewicht überschreiten. Da Fluoride vom Organismus nicht ausgeschieden werden können, reichern sie sich jedoch über viele Jahre hinweg im Körper an, so dass über kurz oder lang eben doch eine schädliche Dosis erreicht werden kann, die den Stoffwechsel verlangsamt und das Immunsystem schwächt. Fluoride verfügen ausserdem über die Eigenschaft, Calcium an sich zu binden, so dass dieses dem Organismus nicht mehr zur Verfügung steht. Vermutet wird neuerdings auch ein Zusammenhang bei der Entwicklung von Hyperaktivität, Arthritis, Schilddrüsenerkrankungen, Demenz und gar Krebs.

weitere, meist unbekannte Inhalte

Aber das ist nicht alles: In Zahnpasta-Tuben können noch ganz andere Substanzen stecken, zum Beispiel das im Tierversuch krebserregende Sodium Saccharin oder hautschädliche Paraffine aus Erdöl. Der aggressive Bakterienkiller Triclosan, der hormonaktiv wirkt und beim Menschen für schwere Schäden sorgen kann, ist seit diesem Jahr in der Schweiz als Zusatz in Reinigungsmitteln und Seifen für den Privatgebraucht verboten – in Zahnpasten (z.Bsp. Colgate Total oder Candida Halitosis) aber weiterhin erlaubt. Auch Putzkörper aus Plastikkügelchen, die über das Wasser in die Umwelt und in unsere Nahrung gelangen, werden bedenkenlos verwendet. Genauso fragwürdige Farbstoffe und Parabene, die unter dem Verdacht stehen, wie Aluminium eine krebsfördernde Wirkung zu haben. Oder Sodium Lauryl Sulfate, die zwar für ein tüchtiges Schäumen im Mund sorgen, aber als allergieauslösend und hautreizend gelten. Am Ende machen Emulgatoren (PEGs) die Mundschleimhäute während des Putzens noch durchlässiger, als sie es eh schon sind, und sorgen dafür, dass sich der Cocktail über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt – auch wenn man die Sosse nicht runterschluckt.

Wer keinen eigenen Zahnbürstenbaum im Garten hat, ist als Konsument also gut beraten, sich mal ein paar Gedanken zu machen und möglicherweise auf Hersteller von Naturkosmetik umzusatteln, die wegen potentieller Nebeneffekte weitgehend auf synthetische Stoffe und künstliche Fluoride verzichten. Als Einsteiger-Produkt empfehle ich nicht direkt die Sensitiv Zahncreme Sole von Dr. Hauschka. Die wird zwar von Homöopathen empfohlen, entwickelt aber einen eher gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Besser geeignet für Zahnpasta-Umsteiger erscheint mir die Minz-Zahncreme von Benecos. Sie hat ein angenehm neutrales Aroma und ist auch deutlich preisgünstiger.

Über den Autor

Sandra Teuber

Sandra Teuber ist Journalistin, Expertin für ganzheitliche Ernährung und Gesundheit und leidenschaftliche Köchin. Auf ihrem Blog galupasvoice.com veröffentlicht sie regelmässig schmackhafte gesunde Rezepte und beleuchtet Ernährungsthemen auch aus heilkundiger oder ethischer Perspektive.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.