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Was ist Zöliakie und wie geht man mit Glutenintoleranz um?

von | 13/03/2016 | Rund um Bio | 0 Kommentare

Tipps und Tricks für das Leben mit einer Glutenunverträglichkeit im Interview mit der Zöliakie-Betroffenen und Dozentin für Ernährung,  Noemi Koch.

Noemi Koch ist Zöliakie-Betroffene und Dozentin für Ernährung. Im folgenden Interview gibt sie Auskunft über die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung sowie spannende Tipps und Tricks für das Leben mit einer Glutenunverträglichkeit.


 

Brot

Frau Koch, wie und wann haben Sie festgestellt, dass Sie an Zöliakie leiden?
Das war eher Zufall, denn ich hatte keine typischen Symptome einer Zöliakie. Vor acht Jahren hat meine Ärztin eine Blutprobe auf die Antikörper der Zöliakie untersucht, aufgrund meiner Blutarmut. Nach dem positiven Bescheid wurde eine Dünndarmbiopsie gemacht und festgestellt, dass meine Zotten sich zurückgebildet hatten. Ohne diese Untersuchung würde ich wohl immer noch glutenhaltige Lebensmittel essen.

Was ist Zöliakie? Die Zöliakie ist eine Entzündung des Dünndarms, die durch Bestandteile von Getreiden hervorgerufen wird.
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Was hat sich durch die Erkrankung grundsätzlich verändert in Ihrem Leben? Welche Einschränkungen haben Sie?
Die grösste Einschränkung ist für mich, kein feines Dinkelbrot mehr essen zu dürfen. Das Auswärtsessen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Ich frage bereits bei der Reservierung nach glutenfreien Menüs. Beschränkt ist die Auswahl an glutenfreien und vegetarischen Gerichten. Bei Freunden ist es kein Problem mehr, sie fragen einfach nach.

Wie schwierig war die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung?
Da ich mich mit der Ernährung gut auskannte, war das nicht so ein Problem. Höchstens zu Hause darauf zu achten, dass auch meine Familie die Trennung von glutenhaltigen und glutenfreien Lebensmitteln einhält. Das klappt heute sehr gut. Ich habe meine «Glutenfrei-Schublade», da ist alles drin, was ich essen darf.

INFO: In der Schweiz sind ungefähr ein Prozent der Bevölkerung von einer Zöliakie betroffen.
aha! Allergienzentrum Schweiz

yardo.bio EinkaufAuf was müssen Sie besonders achten beim Einkaufen und Kochen?
Beim Einkaufen achte ich besonders auf die Verpackung und das Glutenfrei-Zeichen. Steht auf einem Produkt «kann Spuren von Gluten enthalten», lege ich’s wieder zurück. Immer wieder mal ändern die Produzenten die Zusammensetzung eines Produkts, daher kaufe ich bevorzugt frische Lebensmittel und solche mit dem Glutenfrei-Zeichen. Bei Pasta koche ich z.B. zwei verschiedene Sorten in verschiedenen Töpfen. Auch Siebe, Schneidebretter und Messer werden zuhause strikte getrennt. Saucen binde ich grundsätzlich mit glutenfreien Mehlsorten oder Bindemitteln. Bei Bouillon und anderen Gewürzmischungen achte ich auf die Zusammensetzung.

Sie kaufen Ihre glutenfreien Produkte hauptsächlich im Fachhandel. Warum?
Wenn ich Fragen zu Produkten habe, werde ich im Fachgeschäft sehr gut beraten. Auch schon haben sie für mich spezielle Lebensmittel besorgt, welche sie noch nicht im Sortiment hatten. Diesen Service und den persönlichen Kontakt mag ich sehr. Die Deklaration der Zutaten ist auch super. Im Bioladen finde ich alles, was ich brauche. Zudem lege ich grossen Wert auf Produkte aus biologischem Anbau.

Was könnte im Biofachhandel im Bereich «Nahrungsmittelintoleranzen» noch verbessert werden?
Ich wünsche mir, dass das Personal sich gerade zu diesen Themen weiterbildet, damit die Kunden gut beraten sind. Jeder Betroffene ist in der Umstellungszeit auf Hilfe angewiesen. Zudem wünsche ich mir wohlschmeckende Produkte, welche wenig Zusatzstoffe enthalten.

INFO: Experten schätzen, dass die Anzahl Betroffener mit Glutenunverträglichkeit in Europa zunehmen wird und bis zum Ende des 21. Jahrhunderts bereits 1:66 bis 1:300 betragen wird.
Sprechzimmer.ch

Welche glutenfreien Produkte finden regelmässig den Weg in Ihren Einkaufskorb und weshalb?
Da gibt es ganz viele. Ich mag die Schnitzer Brote – diese kann ich gut mitnehmen. Ebenso mag ich die glutenfreien Aufstriche von LupiLove oder Zwergenwiese. Eine echte Bereicherung für die Küche sind die Teige von Nature&Cie. Auch die glutenfreien Mehlsorten von Bauck, die Backzutaten von biovegan, Gummibärli und Guetsli wandern gerne mal in den Korb. Gibt es ein Produkt, welches Sie vermissen und sich in einer glutenfreien Variante wünschen? Sie meinen ausser dem feinen frischen Dinkelbrot? Heute gibt es praktisch alles auch in einer glutenfreien Variante. Das finde ich ganz toll.

Zöliakie ist in der Schweiz keine Seltenheit mehr. Mit einer bewussten Ernährung und einem offenen Umgang mit der Glutenintoleranz ist diese Herausforderung allerdings gut zu meistern. In unserem yardo.bio online Shop findest du übrigens eine tolle Auswahl an leckeren und glutenfreien Lebensmitteln.

Über den Autor

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