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Was ist Slow Food?

von | 10/04/2017 | Food, Rund um Bio | 1 Kommentar

Slow Food – was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Es ist einerseits eine international geschützte Marke und andererseits eine Philosophie.

Keine Woche vergeht, ohne dass mir jemand die Frage nach dem Begriff «Slow Food»  stellt. «Bedeutet das, dass du langsam kochst oder dass die Nutztiere langsam wachsen?», lauten dann die Erklärungsversuche der Fragenden. Ich unterteile den Begriff «Slow Food» gerne in zwei Bereiche: Zum einen ist er Namensgeber einer internationale Organisation, zum anderen steht er für eine Philosophie.


 

Die internationale Organisation “Slow Food”

Die Organisation “Slow Food” ist eine Marke und als solche rechtlich geschützt. Die Organisation wurde im Jahr 1989 von Carlo Petrini in Italien gegründet. Zeitgleich mit der Eröffnung der ersten McDonald’s Filiale in Rom. Der Name der Organisation steht somit als direkte Gegenbewegung zum Fast-Food-Begriff. In den letzten 28 Jahren ist die Organisation international gewachsen. Inzwischen ist sie weltweit in über 130 Ländern aktiv. Das Themenspektrum, dem sich Slow Food als Organisation annimmt ist breit: Es geht vom Erhalt der Biodiversität über “Land Grabbing” bis hin zur Klimaerwärmung. Oft ist Slow Food in den einzelnen Ländern als NGO (Non-Governmental Organization) oder als Vereinsstruktur organisiert. Hier in der Schweiz zählt Slow Food über 3700 Mitglieder und ist unterteilt in 20 regionale Gruppen, sogenannte Convivien.

HINWEIS: Hier erfährst du alles zur internationalen Organisation “Slow Food”.

Slow Food MarketDie “Slow Food” Philosophie

Um Slow Food als Philosophie zu erklären, beziehe ich mich gerne auf folgende drei Grundwerte:

  • Gut
  • Sauber
  • Fair

Die Produkte, die wir verarbeiten und geniessen sollten uns gut tun. Es sollen frische, saisonale und geschmackvolle Lebensmittel sein, die wir in vollen Zügen geniessen können.

Slow Food steht für eine saubere Lebensmittelproduktion wie auch -konsumation. Die Produkte sollen ressourcenschonend produziert werden, ohne die Umwelt, das Tierwohl oder die Menschen im Produktionsprozess zu schädigen.

Und zu guter Letzt sollte auf faire Bedingungen für alle — von der Herstellung über den Handel bis hin zum Verzehr, geachtet werden. Als Konsumenten sind wir Teil unseres Lebensmittelsystem und können dieses mit unserem Einkaufsverhalten beeinflussen. Die drei Grundwerte der Slow Food Philosophie helfen uns dabei, dies im positiven Sinne zu tun.

Damit ihr die Theorie nun auch in die Praxis umsetzen könnt, gebe ich euch gerne ein paar Hilfreiche Tipps & Tricks:

Lokale Produkte

Versuche an einem Wochenmarkt in der Nähe deines Wohnorts einzukaufen. Achte darauf  direkt bei Bauern und nicht bei Händlern deine Einkäufe zu tätigen und zwar ohne Einkaufszettel. Lass dich überraschen, was es am Markt für saisonale Produkte zu entdecken gibt. Geniesse den direkten Kontakt mit den Bauern, Metzgern oder Produzenten, um mehr über die angebotenen Waren zu erfahren.

Saisonale Produkte

Achte auf die Saisonalität der Produkte. Eine gute Hilfestellung bietet der Saisonkalender Calendarium Culinarium von Slow Food Youth Schweiz. Saisonales Gemüse und Früchte sind oft preiswert, geschmacklich gut und haben keine langen Transportwege hinter sich. Sie erfüllen somit die Slow-Food-Philosophiekriterien gut, sauber und fair.

Abfall vermeiden

Achte dich beim Einkauf, wie etwas eingepackt ist. Ist es recyclebar? Kann Abfall vermieden werden? Versuche zum Beispiel Lebensmittel ohne Strichcode zu kaufen. Mehr Tipps dazu findest du auf der Website von ZeroWaste Switzerland.

Spezialitätenmärkte

Besuche Spezialitätenmärkte, an denen Produzenten direkt ihre Produkte anbieten. Hier einige Beispiele: Slow Food Market, Authentica, Pro Specie Rara Märkte, GenussBewusst, La Semaine du Goût, Biomarché.

Werde aktiv

Werde aktives Mitglied in deiner lokalen Slow Food Gruppe (Convivia). So lernst du mehr Leute mit gleichen Interessen kennen und der Austausch motiviert, sich weitere Gedanken über unser Lebensmittelsystem zu machen.

Freude und gutes Essen teilen

Koche für deine Freunde. In Gesellschaft zu essen macht doppelt so viel Spass wie alleine. Jeder freut sich über eine Einladung zu einem geselligen Abend mit leckeren, selbst zubereiteten Speisen.

Umstellung braucht Zeit. Nimm sie dir und geh spielerisch an die Sache ran. Vielleicht gehst du einfach mal statt in den Supermarkt auf den Wochenmarkt einkaufen und dann kommst du Schritt für Schritt näher an die Slow Food Philosophie heran. Geniessen nicht vergessen!

Übrigens, wenn du Bio-Produkte online einkaufen und ganz bequem zu dir nach Hause liefern lassen möchtest, kannst du das natürlich auch bei uns im Online Shop tun.

Über den Autor

Laura Schälchli

Lauras grosse Leidenschaft ist gutes, gesundes Essen. Deshalb gründete sie im Jahr 2014 ihr eigenes Unternehmen Sobre Mesa. Unter diesem Label bietet sie in Zürich Workshops, Dinner Serien oder Privatanälsse an. Ihr Ziel ist es, Feines auf den Teller und den Konsumenten näher an den Produzenten zu bringen. Als Präsidentin von Slow Food Youth Schweiz setzt sie sich für eine bessere Lebensmittelzukunft ein und sensibilisiert für einen bewussten Genuss. Websiten: sobre-mesa.com / slowfoodyouth.ch

1 Kommentar

  1. Peter Erni

    Super Artikel!
    Gratulation an Laura und das yardo.bio-Team 🙂

    Antworten

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